Juli 2013

Mädchen, 8; 8 Jahre: „Versprochen ist versprochen.“

emotionaler Anlass

Die Eltern hatten dem Mädchen versprochen, mit ihm einkaufen zu gehen, legten sich aber zuvor zum Mittagsschlaf hin. Die Annahme, die Eltern hätten ihr Versprechen vergessen, löst bei dem Mädchen eine tiefe Enttäuschung aus, die in Wut umschlägt. Doch das Mädchen belässt es nicht damit, sondern es artikuliert seine Emotion in einer Zeichnung, genauer: in einem gezeichneten Brief an die Eltern, den das Mädchen vor die Tür des Elternschlafzimmers legt.

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Juni 2013

 

 

     
Abb. 1: Johanna, 3;7 Jahre Abb. 2: mit 1;9 Jahre Abb. 3: mit 1;9 Jahre


Die Situation dürfte allgemein bekannt sein. Jemand besucht einen Freund, einen Kollegen oder wegen anstehender Fragen einen Fachmann. Die Tochter bzw. der Sohn kommt mit.
Im vorliegenden Fall ist es Johanna, die mit ihrem Vater einen Kollegen besucht. Diesen kennt Johanna bereits von einigen Besuchen her. Auch dessen Arbeitsraum ist ihr nicht unbekannt. Da Johanna ein fröhliches und wissbegieriges Kind ist, das außerdem gerne zeichnet und malt, dürfte das Angebot von unterschiedlichen Zeichenblättern, von Bleistiften, Kugelschreibern und einem üppigen Arsenal an Buntstiften seine Wirkung nicht verfehlen. Diese Erwartung bestätigt sich, als Johanna schließlich auf dem ihrer Größe angepassten Stuhl sitzt. Zunächst untersucht sie die Papiere und Zeichenutensilien, greift sich danach ein DIN A4-Blatt, einen Bleistift und setzt ein kleines Kreiskritzel auf die untere Blatthälfte. (Abb. 1.) Während sie den Kreis mit einem weiteren Kritzel füllt, kommentiert sie: „Hexenhäusle“, verschiebt daraufhin weitere Kreiskritzel aus dem Zentrum und erweitert das Kreiskritzel bis zum oberen Blattrand, was sie nun als „großes Hexenhäusle“ bezeichnet.

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April 2013

 

Mädchen, 3; 3 Jahre: Taucher, Bleistift, DIN A4

Wohl jeder dürfte annehmen, dass diese Zeichnung aufgrund der kompositorischen Ausgewogenheit in dem hier abgebildeten Hochformat entstanden ist. Das trifft jedoch nicht zu. (Bei den folgenden Bildausschnitten sind die Zeichnungen der jeweils späteren Phasen, soweit es möglich war, gelöscht.)

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Mai 2013

 

Adina, ca. 10 Jahre: Baum und blühendes Mohnfeld

Der Besenbaum
Kinder entwickeln für die Darstellung von Bäumen unterschiedliche Formen. Das gilt nicht nur bei der Unterscheidung von Nadel- und Laubbäumen, son-dern auch innerhalb der beiden genannten Gattungen. Bei der Zeichnung von Adina handelt es sich um den sogenannten Besenbaum. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass sich von seinem Stamm aus, der direkt unterhalb der Baumkrone mehr oder weniger abrupt endet,  die Äste fächerartig ausbreiten. Sehr viele Kinder verfügen über diese Baumform schon recht früh, einzelne bereits mit fünf Jahren.

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März 2013

 Maerz 2013

Mädchen, 3; 3 Jahre: Die kleine Schwester im Kinderbett. Zum Vergrößern auf die Abbildung klicken

Das Mädchen beginnt die Zeichnung des Kinderbetts mit einem großen Oval, in das es die kleine Schwester, „das Bäblein“, anschließend hinein zeichnet. Die Annahme, hier würde der optische Eindruck  wiedergegeben, der sich beim Blick in das Bett vermittelt, trifft nicht zu. Denn die visuelle Wahrnehmung spielt beim Zeichnen in diesem frühen Alter eine völlig untergeordnete Rolle. Vielmehr setzen die Kinder aus den bis dahin erworbenen Formen eine Darstellung zusammen, in diesem Fall aus Oval, Kreis, Strich und Kritzelzeichen.

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